Eigenbau Korpuszwingen

Eigenbau Korpuszwingen

Für meine nächsten Projekte benötige ich Zwingen mit einer Spannweite von 90cm. Die käuflichen Exemplare konnten entweder mich oder meine Geldbörse nicht überzeugen. Deshalb habe ich mir überlegt, welche der zahlreichen Bauanleitungen im Netz meinem Gusto entsprechen könnten. Schlussendlich habe ich mich ans CAD gesetzt und einen eigenen Entwurf gewagt. Dieser Blogbeitrag widmet sich dem Bau des Prototyps.

Nach dem Studium einer ganzen Reihe von Youtube Videos und zwei Abenden mit Sketchup sind diese Pläne entstanden (als Sketchup Datei und gepackte Grafikdateien):

Plan KorpuszwingeKorpuszwinge ExplosionsdarstellungKorpuszwinge Masse IKorpuszwinge Masse IIKorpuszwinge Masse IIIKorpuszwinge Masse IV

Das Hauptziele der Konstruktion ist, dass Druckplatte und Widerlage auch unter Spannung rechtwinklig zur Schiene bleiben, unabhängig von der Dicke des Werkstücks. Deshalb muss der Schlitten spielfrei auf der Schiene gleiten, wenn er durch den Gewindestab bewegt wird. 

Verleimen zweier 3-SchichtplattenAls erstes habe ich zwei Lagen 3-Schichtplatten verleimt. Daraus entsteht eine massive Schiene von 54x70 mm Stärke.

Schiene mit NutNach dem Trocknen wird auf beiden Seiten eine Nut in die Schiene gefräst. Ich habe dazu die Tischkreissäge auf 15mm Tiefe eingestellt und mit mehreren Schnitten die Nut herausgeschnitten.

Schlitten verschraubenSchlitten mit Zwingen provisorisch fixierenDie Teile für den Schlitten habe ich dem Einsatzzweck entsprechend aus verschiedenen Hölzern zugesägt. Die Vordere Druckplatte ist aus Buchenleimholz, die Seiten sind aus 3-Schichtplatten, Boden und Steg aus Filmplatten, damit sie gut auf der Schiene gleiten. Schlussendlich habe ich mit Schraubzwingen den ganzen Schlitten provisorisch zusammengebaut. Dabei ist wichtig, dass Der Schlitten kein vertikales Spiel hat, sonst wird die Druckplatte unter Spannung nicht rechtwinklig zur Schiene bleiben. Wenn's nicht ganz passt, kann man am Durchlass oder den Füssen der Druckplatte oder aber an den Enden der Seiten mit einer Feile nachhelfen. Wenn alles passt, kann der Schlitten verschraubt und die Zwingen nach und nach entfernt werden.

Einschlagmuffen mit Epoxydharz im Gewindelager einklebenDas Gewindelager besteht aus 3-Schichtplatten. Die drei Teile werden zuerst miteinander verleimt. Der Gewindestab läuft in 2 Einschlagmuffen, die auf beiden Seiten mit Epoxidharz eingeklebt werden. Das Loch für die Muffen sollte ihrem Aussendurchmesser entsprechen, damit das Gewindelager beim Einsetzen keinen Schaden nimmt. Auch die kleinen Löcher für die Dorne der Muffen werden mit Vorteil vorgebohrt. Zum anzeichnen einfach die Muffe von Hand ins Holz drücken. Beim einkleben der Muffen unbedingt den Gewindestab einschrauben, damit die Muffen richtig aufeinander ausgerichtet sind. Der Gewindestab selbst darf dabei keinen Leim abbekommen :-). Schlussendlich kann das Gewindelager mit der Schiene verleimt werden.

Verleimen des Gewindelagers und der StegeVerleimen des WiderlagersJetzt werden das Widerlager und die beiden Verbindungshölzer zurechtgeschnitten, das Wiederlager verleimt und schlussendlich alles mit zwei M8 Gewindestangen verbunden und mit Muttern fixiert. Damit kann das Wiederlager auf dem Schlitten Schrittweise verschoben werden. Damit es nicht wegrutscht wird auf der Unterseite der Schiene, alle 5cm ein Steg angeleimt.

Zum Schluss muss die Druckplatte des Schlittens noch einmal abgeschraubt werden, um den Schlitten zu montieren. Der Gewindestab bekommt vorne noch eine Hutmutter um die Druckplatte zu schonen und hinten eine Ringmutter. Und so sieht die fertige Korpuszwinge im ersten Einsatz aus:

Fertige Korpuszwinge im Einsatz

Im nächsten Blogbeitrag werde ich berichten, wie gut die Konstruktion die geforderten 90° einhält und was mir beim Einsatz sonst noch so aufgefallen ist. In der Zwischenzeit würde ich mich schon über Ideen und Verbesserungstips freuen.

 

 

 

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